(Auf)Gelesenes

 

Achtung - Neuigkeiten:

Ab Januar 2016 bloggt das ChaMALeon in der Rubrik ChaMALeons Buchblog (siehe linke Spalte).

 

Hier sind unsere bisherigen Buchempfehlungen von 2013 bis 2015/16: 

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Zu Büchern haben wir im MALKASTL eine besondere Beziehung.  

In unseren Malgruppen für Kinder und Erwachsene dienen sie oft als inspirierende Einführung, darüber hinaus besprechen wir viele Bücher;

bei den "Buchkindern Geisenhausen" bzw. "Bücherwürmern" machen wir sogar selbst welche.

Auch in der kunsttherapeutischen Arbeit sind ausgewählte Bücher oft eine wertvolle Unterstützung. 

 

An dieser Stelle soll auf Bücher hingewiesen werden, welche die Arbeit im MALKASTL inspiriert haben oder uns einfach besonders gefallen.  

Viele weitere Buchrezensionen, vor allem im Zusammenhang mit unseren dazu gemalten Bildern, sind auf unseren Facebook-Seiten zu finden.

 

Eva Rottmann/Eleanor Sommer: Goldkind, Verlag mixtvision

http://www.mixtvision-verlag.de   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Dramatiker für Kinder erzählen, werden aufdringliche Buchcover  überflüssig. Das aparte Goldkind-Cover fällt gerade durch seine minimalistische Gestaltung ins Auge. Naturbelassener Buchbinderkarton als Untergrund, schlicht bedruckt mit dem Titel und einer kleinen feinen Illustration in goldgelber Farbe, eingefasst in ebenfalls goldgelbes Leinen. Mehr braucht es nicht, um ein Versprechen auf den Inhalt zu geben. Und der hat es in sich:

Die freche kleine Illustration eines gelbgefleckten Hundes in unmissverständlicher Pose verdeutlicht bereits eine gewisse Renitenz - diametral dazu die Vorstellung von einem Goldkind. Emma erfüllt zunächst alle Erwartungen an ein solches und wird auch ebenso genannt.

Vom Aufbegehren gegen diese an sie geknüpften Erwartungen erzählt das kleine feine Büchlein auf 66 Seiten. Die wohlerzogene und wohlbehütete neunjährige Emma hat alles, was sich ein Mädchen ihres Alters wünschen kann, nur eben eines nicht - Eltern, die Zeit für sie haben. Sie sind vielbeschäftigte Leute, die erst spätabends heimkommen, auch am Wochenende noch arbeiten und ziemlich viel streiten, was sie "diskutieren" nennen. Die Lage spitzt sich zu, als beide dasselbe Wochenende verplanen und sich niemand findet, der auf Emma aufpassen könnte. Emma packt kurzerhand ihre Sachen und nimmt unbemerkt von den Eltern Reißaus durchs Fenster. So landet sie bei einer Gruppe Obdachoser, bei der sie das findet, was sie vermisst: Zeit, Zuwendung und Geborgenheit. Die neue Erfahrung bringt sie dazu, ihren Eltern den Vorschlag zu unterbreiten, an besagtem Wochenende allein zu Hause bleiben zu wollen. Diese lassen sich aufgrund fehlender Alternativen darauf ein. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf ...

Auf spannende Weise treibt das Geschehen seinem Höhepunkt zu und bewirkt eine Wende in Emmas Leben. Kindgerecht erzählt werden in der Geschichte gesamtgesellschaftliche problematische Entwicklungen  verdeutlicht, ohne ins Klischeehafte abzudriften.

Die ansprechende grafische Gestaltung, konsequent in Gold und Schwarz gehalten, besticht ebenso durch bemerkenswerte Ausdruckskraft.

HaNeRe, malkastl.de, Januar 2016

 

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Claudia Gliemann & Patrick Tritschler: Ohne Oma,

Verlag MONTEROSA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist gut und wichtig, dass es Bücher gibt, die in einem Trauerfall in der Familie für alle Beteiligten und insbesondere für die betroffenen Kinder  

eine Stütze sein können, zumal das Trauerereignis oftmals zu hilfloser Sprachlosigkeit führt.

Wer aber, wenn nicht die wichtigsten Bezugspersonen, können dem Kind in seiner Erschütterung Trost spenden, Mut machen und Hoffnung geben?

Das Buch als Vermittler zwischen Kind und Bezugsperson kann in dieser Situation zu einem wichtigen Medium zur Überwindung der Sprachlosigkeit werden.

So unterschiedlich wie die Menschen sind, so verschieden sind ihre Bedürfnisse, mit Gefühlen der Trauer umzugehen. Die einen mögen es poetisch, die anderen eher sachlich.

Die klare Schönheit des sich mit der Thematik befassenden Buches  

"Ohne Oma" erschließt sich vielleicht erst auf den zweiten Blick.

Völlig schnörkellos gelingt es durch die Verwendung von harmonisch mit den Hintergrundfarben korrespondierenden Piktogrammen die Beschreibung von in der Verlustsituation aufkommenden überbordenden Erinnerungen und Gefühlen -hier im Zusammenhang mit dem Verlust der geliebten Oma- diese zu verankern, ohne dass sie sich durch eine übersentimentale Darstellung in die Gefahr, ins schwer auszuhaltende Uferlose abzudriften, begeben würden.

Das, worauf es in der Verarbeitung einer schmerzlichen Verlusterfahrung  ankommt, nämlich den aufkommenden Gefühlen und Bildern einerseits Raum und andererseits Halt zu geben, wird mit diesem Buch hervorragend unterstützt.

Hanna Nebe-Rechtor, malkastl.de, Oktober 2015

 

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Andreas Steinhöfel: Froschmaul Geschichten, Carlsen Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleines, 133 Seiten zählendes, eigentlich eher unscheinbares Büchlein von Andreas Steinhöfel, der zu den besten Kinder-und Jugendbuchautoren Deutschlands zählt ("Rico, Oskar und die Tieferschatten" stammt z.B. aus seiner Feder), hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Es beinhaltet acht recht unterschiedliche Kurzgeschichten, die ganz unspektakulär, doch eindringlich und in brillianter Sprache über kindliche Protagonisten von den Dingen des Lebens erzählen.

Beginnend mit dem reichlich übergewichtigen Elmer, welcher stets mit Süßigkeiten prallgefüllte Aldi- oder Lidl-Plastiktüten mit sich führt und deren Inhalt er unter dem Motto "Willste Lecker?" allen anpreist, um sich damit ein wenig Zuneigung zu erkaufen, über Maria, Froschmaul genannt, die auf unkonventionelle Weise ihren Angebeteten in einem Schulzimmer kidnappt, um so den erträumten ersten Kuss von ihm einzufordern, weil sie ihn sonst möglicherweise nie bekommen hätte und endend mit einer erschütternden, aber letztlich doch hoffnungsvollen, fast an eine biblische Situation erinnernden Geschichte aus prekärem Milieu mit entsprechenden Sprachgewohnheiten - mit denen man den jungen Leser im allgemeinen eher nicht konfrontieren möchte und möglicherweise denken könnte, ihn damit beinahe zu überfordern -, die aber dennoch oder gerade deshalb wichtig ist, erzählt das Buch in großartiger Weise von menschlichen Bedürfnissen wie Freundschaft, Zuneigung und Liebe.

Ein ganz großes, kleines Buch, das im Gedächtnis bleibt!

August 2015 

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Claudia Gliemann & Nadia Faichney: Papas Seele hat Schnupfen, Monterosa-Verlag 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nele´s Zuhause ist ein Zirkus, in welchem ihre Eltern einmal die weltbesten Seilartisten waren. Doch das ist Vergangenheit, denn irgendwann ist Nele´s Papa immer trauriger geworden. Er kann sich zu nichts mehr so richtig aufraffen oder über etwas richtig freuen. Nicht einmal über die Einladung zur großen Zirkusolympiade.

Das geht nicht spurlos an Nele vorbei: Sie kämpft mit widersprüchlichen Gefühlen wie Mitleid, Sorge, Verwirrung, Scham, Angst, Wut und Trauer.

Der "dumme August", der in Wirklichkeit recht schlau ist, versucht Nele zu erklären, was mit ihrem Papa los ist. Er vergleicht es mit einem Schnupfen, den Papas Seele hat. Es wird eine Zeit dauern, bis es dem Papa wieder besser geht.  

Dieses Buch führt Kinder auf sehr behutsame und einfühlende Weise an das Thema Depression heran. Es zeigt ihnen, dass niemand "schuld" an solch einem Geschehen ist, dass es okay ist, dazu widersprüchliche Gefühle zu haben und dass es eine Krankheit ist, die man wie einen Schnupfen bekommen, die aber auch behandelt werden kann. Nicht nur im Zirkus, sondern auch im Leben gleicht eben so manches einem Tanz auf dem Seil, von dem man auch schnell einmal abstürzen kann.

Es wird deutlich, dass es die Hoffnung auf Besserung gibt, zu der man Geduld, Verständnis, Unterstützung und Liebe braucht.

Der feinfühlige Text von Claudia Gliemann wird begleitet von berührenden Bildern der Illustratorin Nadia Faichney.

Man möchte dieses wichtige Buch insbesondere jeder Familie ans Herz legen, die in irgendeiner Weise mit dem Thema Depression befasst ist.

Das Buch wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet als Kinderbuch des Monats April 2015.

Mai 2015

 

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Natalia Chernysheva: Die Rückkehr, Verlag: atlantis 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine junge Frau im schwarzgepunkteten Sommerkleid besteigt einen gelben Bus. Vorbei geht die Fahrt inmitten dichten Verkehrs an tristen Hochhäuserzeilen. Zwiebeltürme im Hintergrund und in Baulücken sowie Werbetafeln mit kyrillischer Schrift lassen auf eine osteuropäische Großstadt schließen.

Irgendwann befindet sich der Bus allein auf der Straße, deren Weg von beeindruckend großen Nadelbäumen gesäumt ist.

Die junge Frau steigt aus, mitten in einer nun weiten, wüstenartigen Landschaft. In der Ferne am Horizont ein winziges Haus, daneben der einzige Baum weit und breit. Die sehr groß erscheinende junge Frau nähert sich dem Haus. Man beginnt zu ahnen, dass es ihr Elternhaus ist.

Da ist ein altes Mütterchen, klein und rund, inmitten eines Kohlkopfbeetes. Fast erscheint sie selbst wie einer der Kohlköpfe. In den Händen hält sie ein Gefäß voller roter Beeren. Gießkanne, Eimer und Rechen verraten, dass sie bei der Gartenarbeit war. Erwartungsvoll lächelnd schaut das Mütterchen auf. Durch starke perspektivische Verzerrung erscheint die junge Frau riesig aus der Sicht des winzigen Mütterchens. Sie umarmt innig die Tochter, der sie nur bis zu den Beinen reicht. Über die verlorenen Beeren freuen sich die Hühner. Das Beerenrot findet sich in den überdimensionalen Lippen der Tochter wieder, welche sanft die Mutter küsst und ihr zärtlich den gelben Sonnenhut abnimmt, den sie selbst anzuprobieren versucht. Das Mütterchen deckt nun fürsorglich den Tisch. Und da sitzen sie nun in plötzlich wieder vertauschten Rollen: ganz klein die Tochter, ganz groß die beschützende Mutter, lächelnd auf das geliebte Kind herabblickend. An der Wange noch immer das Lippenstiftrot des Begrüßungskusses, vor sich ein in Stücke geschnittener Apfel. Das Kind beginnt, auf dem Boden zu krabbeln, auf dem Kopf der nun viel zu große gelbe Hut der Mutter.

Mutter und Kind umarmen sich liebevoll. In dieser Umarmung verharrend blicken Beide auf das kleine Holzhaus. Ein friedliches Schlussbild voller Melancholie.

Die poetischen Bilder verdeutlichen auf äußerst berührende Weise die sich im Laufe des Lebens verändernden Rollen eines Mutter-Tochter-Verhältnisses und lassen das Herz des Betrachters meilenweit aufgehen.

Einfach wunderschön!

Mai 2015

 

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Brigitte Ebersbach & Sascha Nicoletta Simon (Hrsg.):

Büchernärrinnen, Verlag: ebersbach & simon 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

>>Es steckt so viel Lebenskraft und Lebensfreude in Büchern! [...] wenn ich mit einem neuen Buch [...] die Straße entlanggehe, spüre ich es wie warmes Gold  und weiß, dass ich nur eine Mußestunde und einen bequemen Sessel brauche, um in höhere Gefilde aufzusteigen. Es ist, als berührte mich das Buch am Arm und sagte >Schau doch!< Wenn nötig, lese ich es sogar im Stehen. Es hat ein Stück Leben eingefangen - und die Konturen treten umso deutlicher hervor.<<  

- so wird die Büchernärrin Magde Jenison (1874-1960) auf Seite 27 im Buch zitiert. Wer Bücher liebt, kennt wohl dieses Gefühl ... 

Wahre Büchernärrinnen wie Magde Jenison sind verrückt nach Büchern in unterschiedlichster Form: Bücher lesend, Bücher schreibend oder Bücher verkaufend. Es mag schwer sein, diese leidenschaftliche Bücherliebe kompromisslos auszuleben und gleichzeitig nicht in gewisser Weise auf privates Familienglück zu verzichten. Insbesondere zu Zeiten, in denen die im Buch vorgestellten buchaffinen Frauen lebten und wirkten, war dies nicht ohne Abstriche oder gar völligen Verzicht möglich. Namhafte Bücherfrauen der Literaturgeschichte wie Jane Austen, Sylvia Beach, Simone de Beauvoir, Colette, Nancy Cunard, Magde Jenison, Virginia Woolf und andere mehr werden in diesem erlesenen Band von gegenwärtigen Büchernärrinnen wie Simone Frieling, Unda Hörner, Alexandra Lavizzari, Gertrud Lehnert, Susanne Nadolny, Barbara Sichtermann und Marion Voigt porträtiert und so eine Brücke geschlagen in die heutige Zeit.

Bereichert durch eine Vielzahl von fotografischen Abbildungen und mit einem Vorwort der ebenso buchbegeisterten Herausgeberinnen versehen ist dieses Buch ein wahrer Lesegenuss für alle BuchliebhaberInnen.

April 2015 

 

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Emrah Serbes: Fragmente, binooki

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Außerdem möchte ich auf das, was ich erlebte, blicken, als sei es eine Geschichte. Als hätte ich, wenn ich mein Leben wie eine Geschichte betrachte, eine Chance zurückzublättern und Korrekturen vorzunehmen." (im Buch S.111) 

Der Impuls zurückzublättern überkommt den Leser möglicherweise des öfteren beim Lesen dieses Buches, welches bereits durch die interessante Gestaltung des Covers ein Versprechen zu geben scheint, das es einzulösen gilt. Zurückblättern möchte man einfach deshalb, weil Nachdenkenswertes in einer derartigen Fülle dargeboten wird, dass man diese beim ersten Lesen kaum in der dem Inhalt gebührenden Weise zu erfassen vermag; es bedarf erst eines gewissen Einlesens, um sich dem Rhythmus des Erzählten anzupassen. Aber dann ...

Man möchte kaum glauben, dass der Autor, welcher in seiner türkischen Heimat bereits einen gewissen Kultstatus erlangt hat, noch so jung ist (geboren 1981), so weise und lebenserfahren erscheinen zuweilen seine Aussagen.Und ja, dieser Erzählband hat es in sich! Die hier versammelten 68 (jeweils mit einer Nummer versehenen) Fragmente, manchmal nur aus wenigen Sätzen bestehend, sind Aphorismen, Kurz- oder Ultrakurzgeschichten, die einem literarischen Blog entstammen. Erst am Ende des Bandes gibt es eine längere, bisher unveröffentlichte, Erzählung. Die Fragmente umfassen Wort-und Gedankenkonstruktionen, in denen Episodisches, Anekdotisches, Sinnbildliches, Bitter-Melancholisches, Traum- oder Alptraumhaftes, Skurriles und auch Makabres in unterschiedlicher Intensität beleuchtet und miteinander verwoben wird. Liebe, Tod und Sterben sind die zentralen Themen, um die sich die autobiografisch anmutenden Gedankensplitter und Erinnerungen ranken. Einerseits stehen die einzelnen Fragmente für sich, andererseits scheinen sie zusammen mit den anderen ein kompaktes Gebilde zu formen.

Mit gleichsam sezierendem Blick meint man immer mehr in das Gefühlsleben des Protagonisten einzudringen. Fast drängt sich der Eindruck auf, mit den vorangegangenen Fragmenten auf das gleichzeitig Faszinierende und Verstörende der abschließenden Erzählung vorbereitet worden zu sein.

Letztendlich mag man dieses kleine, feine Erzählbändchen einfach nur noch mit genial beschreiben.

Erschienen ist es bei binooki, einem noch jungen unabhängigen Verlag, welcher sich auf türkische Literatur spezialisiert hat.

April 2015

 

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Alessandro Sanna: Der Fluss, Peter Hammer Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Künstler Alessandro Sanna, der in der Nähe des Flusses Po im nordöstlichen Italien lebt, hat über mehrere Jahre Skizzen in Form von Aquarellen angefertigt, die nach seinen Beobachtungen beim täglichen Blick auf die ihn umgebende Natur mit ihren jahreszeitlich bedingten rhythmischen Veränderungen, entstanden sind.

Wunderschöne, poetische Bilder, meist in Form von schmalen Panoramen, sind so entstanden, die die Veränderungen der Lichtverhältnisse, der Natur, Tiere und Menschen einfangen. So werden in Bildern Geschichten erzählt, deren Interpretation weitgehend frei bleibt, mit denen man in eine ganz besondere Welt eintauchen, zur Ruhe kommen, staunen und träumen kann.

Ein traumhaft schönes Buch!

März 2015

 

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Franziska Kalch: Alte Damen, Verlag minedition

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Vorstellungen, wie alte Damen zu sein hätten, werden nach der Lektüre dieses herzerfrischenden und urkomischen Büchleins möglicherweise gründlich überdacht werden müssen. Denn: Alte Damen sitzen nicht den ganzen Tag entenfütternd am See. Im Gegenteil- sie sind überaus unternehmungslustig, wie wir am Beispiel der fünf alten Damen sehen können. In den Illustrationen wie auch im Text steckt eine gehörige Portion Augenzwinkern. Und eine wichtige Erkenntnis: Hört den alten Damen zu, denn sie sind wie Märchenbücher und haben jede Menge Geschichten zu erzählen.

Ein ideales Geschenk für alle alten Damen und jene, die es werden wollen!

März 2015

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Franziska Biermann: Herr Fuchs mag Bücher!/Herr Fuchs und der rote Faden, Verlag mixtvision 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Fuchs mag Bücher zum Fressen gern, am liebsten mit Salz und Pfeffer.

Selbst vor Bibliotheksbüchern schreckt er nicht zurück und so kommt es, wie es kommen muss: er landet im Gefängnis. Wie soll er nun dort seinen Bücherhunger stillen? Schließlich kommt ihm die rettende Idee - er fängt selbst an zu schreiben und stellt sich als ziemlich begabt heraus. Herr Schulz, der Gefängniswärter wird so erster Fan eines Fuchsromans, kündigt seinen Job, wird Verleger und Beide werden reich.

Diese Geschichte ist so herrlich skurril, hintersinnig und köstlich, dass sie direkt nach einer Fortsetzung schreit. Diese findet sich in "Herr Fuchs und der rote Faden". Weiterhin ist der kleine Herr Fuchs ein erfolgreicher Autor und liefert seinem Verleger Herrn Schulz spannende Krimibestseller ab.

Doch dann geschieht etwas Schreckliches: aus seiner Ideen- Schatzkammer wurden alle Ideen gestohlen. Herr Fuchs und Herr Schulz gehen der Sache auf den Grund und finden schließlich den Übeltäter.

Diese beiden Fuchstories sind in Text und Bild so genial und urkomisch, dass man sich noch viele weitere Fortsetzungen wünscht.

März 2015

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Marjaleena Lembcke: Eva im Haus der Geschichten, Nilpferd in Residenz (Residenz-Verlag)   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine auf den ersten Blick wenig spektakuläre, dennoch fesselnde und im Herzen berührende Geschichte ist das: Evas Vorfreude auf eine Ferienwoche mit der beruflich gestressten Mama erfüllt sich nicht und auch der von der Familie getrennt lebende Papa ist so kurzfristig als Ersatz nicht verfügbar. So mag es sich für Eva zunächst wie ein Abgeschobenwerden anfühlen, als sie die völlig anders geplante Urlaubszeit statt auf Mallorca nun bei ihrem Onkel Oliver, den sie kaum kennt und der sogar ein wenig Angst vor Kindern zu haben scheint, verbringen soll. Doch Oliver hat im Gegensatz zu den Eltern jede Menge Zeit und jede Menge Geschichten zu erzählen. Und Eva mag Geschichten! Ganz behutsam nähern sich die Beiden an und in den letzten Ferientagen wird es auch noch so richtig abenteuerlich.

Eine wunderschöne Geschichte für Mädchen und Jungen, die auch mal die ruhigeren Töne mögen und Freude am Philosophieren haben.

März 2015 

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 Holly-Jane Rahlens: Blätterrauschen, rowohlt ROTFUCHS  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blätterrauschen ist einerseits der Name einer Buchhandlung, in welcher ein großes Abenteuer für Oliver, Iris und Rosa beginnt.

Blätterrauschen könnte andererseits das Geräusch beschreiben, welches sich fortan beim stürmischen Lesen dieses Buches einstellt, denn es ist eine ziemlich spannende Geschichte, die man so schnell nicht aus der Hand legen wollen wird. Ein Junge aus der Zukunft klopft plötzlich an die Hintertür der Buchhandlung und macht dort die Bekanntschaft der drei Jugendlichen, mit denen er bald Freundschaft schließt. Jedoch befinden sich alle miteinander in ziemlich großen Schwierigkeiten, denn sie sind unfreiwillige Teilnehmer eines gefährlichen Spiels, in dem sie in eine Zeitschleife geraten, aus der es möglicherweise kein Entrinnen mehr gibt.

Ein spannend zu lesendes Abenteuer, das ebenso älteren Kindern wie Erwachsenen gefallen wird.

Februar 2015   

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Gertraude Clemenz-Kirsch: Die Frauen von Picasso, edition ebersbach 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieben Porträts von Frauen, die in Picassos Leben eine bedeutende Rolle spielten und mittel- oder unmittelbar in dessen künstlerischem Werk inkarniert wurden, werden in diesem mit der Präzision einer Diplombibliothekarin aus zahlreichen Quellen zusammengestellten sehr lesenswerten Band aus der Reihe "blue notes" vorgestellt. Die Lebensgefährtinnen und Ehefrauen des Malers waren zugleich auch immer dessen Musen und Modelle. Jede dieser Frauen - Fernande Olivier, Eva Gouel, Olga Khoklova, Marie-Therese Walter, Dora Maar, Francoise Gilot und Jaqueline Roque faszinierte Picasso auf andere Weise und zugleich war jede von Picasso fasziniert. Sie alle prägten ebenso Picassos Werk wie dieser die Lebensgeschichten dieser bemerkenswerten Frauen. In chronologischer Reihenfolge der Beziehungen ist jeder Gefährtin ein Kapitel gewidmet - und vom ersten bis zum letzten Kapitel auf 138 Seiten ist dieses Büchlein Lesegenuss und Wissenserweiterung für Kunstinteressierte zugleich.

Februar 2015  

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Jutta Treiber: Die Wörter fliegen, Nilpferd in Residenz (Residenz-Verlag) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist kein gewöhnliches Bilderbuch. Es erzählt in poetischen Worten und zarten Bildern vom Vergessen und Bewahren: Zuerst fliegen die Namen all der wichtigen Dinge des Lebens in Form von Wörtern von Oma zu Klein-Pia. So viele Wörter weiß die Oma und hat auf jede Frage eine Antwort. Und Pia wird zur Wörtersammlerin. Ein Schatz von unschätzbarem Wert sammelt sich da an. Doch dann wird die Oma seltsam und schüttelt die Worte durcheinander und manche fliegen auch weg von ihr. Aber andere kommen auch wieder zurück, wenn Pia der Oma dabei hilft, indem sie ihr vom Schatz etwas zurückgibt.

Es ist ein bezauberndes, mutmachendes Buch, ein Plädoyer für das Miteinander von Jung und Alt.

Februar 2015  

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Renate Habinger, Verena Ballhaus: Kritzl & Klecks, Nilpferd in Residenz (Residenz Verlag)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Kritzl und Frau Klecks verkörpern verschiedene Erscheinungsformen künstlerischer Möglichkeiten. Herr Kritzl wurde von Verena Ballhaus gekritzelt, gekratzt und geschabt, Frau Klecks von Renate Habinger gepinselt, getupft und gemalt. Gemeinsam mit ihnen und einer Katze namens Kratze begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise ins Land des Zeichnens und Malens - und das auf sehr raffinierte Weise: Wir verfolgen eine Geschichte (die von Herrn Kritzl und Frau Klecks) und können hinter den ausklappbaren Seiten die Techniken ihrer Entstehung kennenlernen. So erfahren wir zum Beispiel, wie das Kritzl-Haus entstanden ist, nämlich als Monotypie, und welche Materialien und besondere Tricks verwendet wurden. Oder wir können die in der Blütenwerkstatt entstehenden Blumen bewundern oder Tubentieren und Fingerfinken begegnen. Saftverpackungen wird man wegen des verblüffenden Saftpackerldrucks nach der Buchlektüre nie mehr wegwerfen wollen. Wie witzige Tiere und Kreaturen am Computer entstehen, erklären uns Kratze und Bunt. Kurzum: Die Entdeckungsreise mit Kritzl & Klecks wird zu einer wahren Fundgrube ungeahnter kreativer Möglichkeiten, bei der man ins Staunen und Schwärmen gerät. Wessen inneres Kind bis jetzt ganz tief geschlummert hat, wird spätestens jetzt Purzelbäume schlagen. Als sprudelnde Inspirationsquelle für Große und Kleine sollte das Buch in jedem Atelier ein Zuhause finden! Ganz toll!

Februar 2015  

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Sabine Lohf: Das große Naturbastelbuch

Gerstenberg Verlag, 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es braucht nicht lange, um dem unwiderstehlichen Charme von Sabine Lohfs Naturbasteleien zu erliegen. Ein Fest für die Sinne schon der Band "Das große Buch vom Basteln und Spielen", ebenfalls bei Gerstenberg erschienen. Doch Sabine Lohfs Ideen scheinen sich aus einer geheimnisvollen unerschöpflichen inneren Quelle zu speisen und sprudeln munter weiter fort mit einer Leichtigkeit und offensichtlichen Erzählfreude nun auch in diesem neuen Band mit dem einladenden Gänseblümchen-Gans-Cover! Dieses Mal wurde der besondere Schwerpunkt der Gliederung auf die 4 Jahreszeiten gelegt, was man in diesen jeweils in der Natur vorfinden, suchen und sammeln  und davon inspiriert zu eigenen Werken arrangieren kann. Sabine Lohfs Bastelbücher sind zuallererst einmal wunderschön zum Immer-Wieder-Anschauen. Die unbändige Lust, auf gemeinsame Entdeckungsreise in die Natur zu gehen und Material für eigene Szenarien aufzuspüren, wird sich mit Sicherheit nicht mehr bremsen lassen. Unbedingt empfehlenswert für kleine und große Naturliebhaber und phantasievolle Menschenkinder!

Januar 2015   

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Mies van Hout: Überraschung!

Aracari Verlag, 2014

www.aracari.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Überraschung!" heißt Mies van Houts neues Bilderbuch und Hommage an die Mütter, welches bereits auf den ersten Blick als Nachfolger der bereits zuvor erschienenen wunderbaren Titel "Heute bin ich" (erhältlich als Buch und Kartenset) und "Freunde" erkennbar ist und wie diese besonders durch die ebenso einfache wie ausdrucksstarke Gestaltung in Form von farbintensiven Pastellen und treffenden Wort-Bild-Verbindungen auf den 12 Doppelseiten besticht.

Im Gegensatz zu den Vorgängern mag die Titelwahl den Betrachter zunächst irritieren. Warum gerade "Überraschung"? - könnte sich dieser fragen, geht es doch im Buch vordergründig um die Stationen einer Mutter-Kind-Beziehung, welche Mies van Hout nach den bisherigen mimikreichen Fischen und Monsterchen nun mit Vögeln bildlich verdeutlicht: Wünschen, Hoffen, Erwarten, Staunen, Aufziehen, Trösten, Behüten, Ärgern (ja, auch das!), Genießen, Zuhören, Ermuntern und letztendlich Loslassen sind Kategorien, die in dieser wohl innigsten aller Beziehungen eine Rolle spielen. Nach der Auseinandersetzung mit dem Buch ist die Antwort einfach und folgerichtig: Es kann nur "Überraschung!" genannt werden, wenn es gelingt, die Erwartung nach den vorhergehenden an ein weiteres Buch dieser Art nicht nur zu erfüllen, sondern noch ein wenig zu übertreffen, ohne dass es dazu einer wortreichen Erklärung bedürfte. Es anzuschauen, zu genießen und zu verinnerlichen ist sowohl für Mütter als auch deren Kinder Genuss und Überraschung zugleich und lädt zur Auseinandersetzung mit den eigenen Beziehungsgeflechten ein. Es kann als überraschendes Geschenk dienen, mit dem man seiner Mutter auf besondere Weise danken kann.

Ein starkes, berührendes, überraschendes Buch! Danke dafür!

Mai 2014  

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Holly-Jane Rahlens, Stella Menzel und der goldene Faden

rowohltROTFUCHS

www.rowohlt.de

Ein goldener Faden zieht sich durch die Handlung dieser bezaubernden Geschichte der Jugendliteraturpreisträgerin Holly-Jane Rahlens - ebenso grafisch durch alle Buchseiten und haptisch mittels eines goldfarbenen Lesebändchens.

Mit einem goldenen Faden werden die Dinge gefertigt, die über mehrere Generationen aus einem Stück blauen Seidenstoffes - verziert mit silbernen Sternen und Schneeflocken - entstehen und auf die jeweiligen Besitzerinnen eine magische Wirkung auszuüben scheinen.

Stella Menzel, die Vertreterin der gegenwärtigen Generation und gleichzeitig Hauptperson der Geschichte bekommt von ihrer Großmutter Josefine diesen blauen Stoff geschenkt, ein Familienerbstück nicht ganz ohne die Spuren der Zeit, welches von nun an ihr ständiger Begleiter wird. Stellas pragmatische Mutter Isabell kann darüber nur den Kopf schütteln und bezweifelt, dass es eine gute Idee sei, einem kleinen Mädchen einen über 100 Jahre alten Seidenstoff anzuvertrauen. Ganz unberechtigt ist das nicht, denn der empfindliche Stoff geht nach kurzer Zeit entzwei. Und Stella überkommt ein Gefühl, als hätte man sie selbst in Stücke gerissen. Doch die Großmutter ist der Meinung, dass noch genügend Stoff übrig ist, um etwas Neues daraus machen zu können. Und so wird mit jedem neuen Missgeschick zwar der Stoff weniger, aber die Geschichten, welche sich um ihn ranken, mehr. Stella wird zur begeisterten Zuhörerin von Großmutters Erinnerungen, die durch mehrere Zeitepochen führen, beginnend im alten Russland 1919, sie erzählen von Berlin in den 20er Jahren, von der Flucht der jüdischen Familie nach New York und einem Neuanfang in Berlin. Und auch Stella selbst wird Teil dieser Geschichten.

Die zarten, doch ausdrucksstarken Illustrationen von Reinhard Michl fügen sich harmonisch in die Handlung ein.

Ein Buch für Kinder UND Erwachsene, dass zum Nachdenken über das eigene Eingebundensein in die Familiengeschichte Anlass gibt und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Oktober 2013

 

 

 

 

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Sabine Lohf, Zitronengelb und Feuerrot

Moritz Verlag 2013 

www.moritzverlag.de

Regengraue Herbsttage müssen keine rabenschwarze Stimmung aufkommen lassen, denn mit Sabine Lohfs neuem Bilderbuch können sie regenbogenbunt werden: Insgesamt 50 Farbtönen, deren Schriftzug vor entsprechend farbigem Hintergrund zugehörigen Bildcollagen aus Basteleien, Zeichnungen, Naturmaterialien oder Fundstücken gegenübergestellt werden, wird so ein liebenswertes Gesicht gegeben.

Ihr unverwechselbarer Stil, bei welchem Text und Bild eine Einheit bilden und die Bilder durch ihre Einfachheit einerseits und ihren unerschöpflichen Ideenreichtum andererseits bestechen, machen den besonderen Reiz von Sabine Lohfs Büchern aus.

Nicht müde werdend, die Bilder immer wieder anzuschauen, wird sich beim Kind ganz automatisch ein Gefühl für die Vielfalt der Farbtöne einstellen und sein Sprachschatz erweitern, wenn es die einprägsamen Bilder verinnerlicht hat. Grün ist nun nicht mehr einfach nur Grün - es wird zu Gras-, Gurken-, Erbsen-, Ampel- oder Krokodilgrün...  

Eine Augenweide ist dieses Buch - keinesfalls nur für Kleine!

September 2013

 

 

 

 

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Anke Hartmann, Die letzte Reise

Raumkind Verlag 2013

http://de.dawanda.com/product/50136870-Kinderbuch-Die-letzte-Reise

Ein kleines, handliches Büchlein über ein großes Thema, welches uns wohl alle irgendwann im Lauf des Lebens beschäftigt: Anke Hartmanns wunderschön illustrierte und poetisch erzählte Geschichte, in welcher ein geheimnisvolles, blasses, kleines Wesen, eine Schildkröte, ein Spatz und ein alter Mann eine Rolle spielen, handelt vom Sterben. Kein Thema, mit welchem man sich gern konfrontiert. Und doch lässt sie uns alle nicht los, diese unbestimmbare Angst, einst einmal loslassen zu müssen von diesem irdischen Leben, und diese quälende Frage, was wohl danach kommen mag.

Auch diese kleine Geschichte vermag uns die Frage nicht wirklich zu beantworten, aber sie bewirkt etwas viel Wichtigeres: Gelassenheit, Zuversicht und Trost zu geben.

Mit unglaublich intensiven, ausdrucksstarken Zeichnungen und zarten, einfühlsamen Worten lässt uns Anke Hartmann an der magischen Reise ihrer vier Protagonisten zum Ende der Welt, wo sich alles in Licht aufzulösen scheint, teilhaben. Das hat nichts Bedrohliches oder Verstörendes, im Gegenteil - es beruhigt und besänftigt.

Ein wunderschönes, hoffnungsvolles, kleines und gleichzeitig großes Buch für kleine und große Welt(en)reisende.

September 2013

 

 

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Sabine Lohf, Das große Buch vom Basteln und Spielen

Gerstenberg Verlag 2013, 

www.gerstenberg-verlag.de

Schon beim ersten Blättern in diesem Buch ahnt man, etwas ganz Besonderes in seinen Händen zu halten.

Dies ist nicht einfach nur ein Bastelbuch - es ist zugleich Bilder- und Spielebuch, aus dem ganz viel Liebe zu Kindern spricht.

Es ist ein Buch, das Kinder ernst nimmt, sie nicht belehren, sondern anregen und auf eigene Ideen bringen will.

Die Basteleien aus Papier, Pappe, Holz, Naturmaterialien, Stoff, Knete und Kork sind außergewöhnlich originell und liebenswert. Schon das Ansehen bereitet große Freude!

Anschaulich und in einfacher, kindgemäßer Sprache werden die einzelnen Arbeitsschritte erklärt. Die Kinder werden ermuntert, mit dem Gebastelten zu spielen, sich Geschichten dazu auszudenken, Musik damit zu machen und noch vieles mehr.

Hat man das Buch mit dem praktischen werkstatttauglichen Flexcoverformat durchgeblättert, möchte man sofort loslegen mit  Schneiden, Falten, Malen, Kleben, Hämmern und Inszenieren!

Von nun an wird sich beim Aufenthalt in der freien Natur ganz sicher der Blick schärfen für geeignete Materialien oder spannende Schauplätze.

Ich wünsche diesem wunderbaren und herzerwärmenden Buch, dass es den Weg zu ganz vielen kleinen und großen Menschen, die gern basteln, spielen und malen und denen eine sinnvolle Beschäftigung mit Kindern am Herzen liegt, finden wird.

August 2013

 

 

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Den Anfang möchte ich mit einem ab August 2013 erhältlichen Kunstkarten-Set machen:

 

BIN ICH HEUTE ...

... neugierig, nervös, mutig, verlegen, erstaunt, betrübt, zornig, stolz, neidisch, verliebt, böse, vergnügt, verwirrt, zufrieden, ängstlich, sorglos, erschrocken, verblüfft, gelangweilt ...

... oder einfach nur: GLÜCKLICH ?

Bin ich von all dem ein wenig, von diesem oder jenem etwas mehr oder von allem gar nichts?

Selbstreflexion ist keine leichte Aufgabe; manchmal bedarf es eines kleinen hilfreichen Anstoßes, um sich seiner Gefühle bewusst zu werden und, noch schwerer, sie definieren zu können.

Doch seit einiger Zeit steht ein Schatz in meinem Bücherregal: "Heute bin ich" - ein Bilderbuch aus dem Schweizer aracari Verlag, in welchem uns beim Blättern auf jeder Doppelseite ein neuer Fisch begegnet, dem die niederländische Illustratorin Mies van Hout mit einfachen Mitteln, jedoch auf wunderbare und ausdrucksstarke Weise, eines dieser so schwer fassbaren Gefühle verliehen hat - mal mit kraft- und schwungvollem Duktus, mal mit ängstlich-zittriger Linienführung, mal klein, mal groß, mal zurückhaltend - pastellig, mal knallbunt - direkt.

Und plötzlich offenbart sich aus der betrachtenden Distanz auch das eigene Gefühl und es gelingt, darüber ins Gespräch zu kommen.

Ein Schatz für die Familie oder die therapeutische Praxis!

Nun freue ich mich sehr, dass sich dem Buch im August 2013 noch ein gleichnamiges Kunstkartenset hinzugesellen wird, das weitere Verwendungsmöglichkeiten erahnen lässt -im handlichen Format laden die Karten zum Kombinieren, (Neu)Ordnen und Spielen ein, als kleiner Wink an Spiegel oder Kühlschrank gepinnt vermögen sie vielleicht neue Impulse zu geben oder in einem Brief verschickt machen sie sowohl Absender als auch Empfänger möglicherweise einfach nur: GLÜCKLICH !

 

Heute bin ich, Mies van Hout, aracari Verlag  

Kunstkarten-Set, bestehend aus 20 Postkarten/Umschlägen in einer Box, 18€, ISBN 978-3-905945-99-7, Auslieferung August 2013

www.aracari.ch